Peter Wensierski

Peter Wensierski, Schriftsteller, Journalist und Dokumentarfilmer in Ost und West, wurde 1954 in Heiligenhaus geboren. Er berichtete ab 1978 als West-Journalist aus der DDR über die aufkommende Oppositionsbewegung in der DDR in zahlreichen Büchern, Radiosendungen und Dokumentarfilmen, die über das Westfernsehen in die DDR zurückwirkten und dort zur Bildung einer Gegenöffentlichkeit beitrugen. Auch nach einem von der DDR-Regierung verhängten Einreiseverbot arbeitete er nach 1986 in Kooperation mit ostdeutschen Oppositionellen an ARD-Fernsehfilmen aus heimlich gedrehtem Videomaterial, die zum Beispiel auf die massive Umweltverschmutzung, Neonazis oder auf oppositionelle Stimmen aufmerksam machten. Bis 1993 war er Redakteur des ARD-Magazins Kontraste, er wechselte dann ins Deutschland-Ressort des Spiegel. Weitere Buchpublikationen folgten, unter anderem die Bestseller „Schläge im Namen des Herrn“ über ehemalige Heimkinder und „Die verbotene Reise“. Zuletzt erschienen „Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution“ über eine Gruppe junger Leipziger 1989, „Berlin – Stadt der Revolte“ und 2019 „Fenster zur Freiheit – Die radix-blätter. Untergrundverlag und -druckerei der DDR-Opposition“.

www.wensierski.info

Bei seinen Lesungen zeigt der Autor passend zum jeweiligen Buch auch kurze Videos und Fotos über Beamer.



Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution – Wie eine Gruppe junger Leipziger die Rebellion in der DDR wagte

ab 12 Jahre


Sie sind jung, sie sind frech, sie verweigern sich dem System und fordern den Staat heraus. Sie wollen sich nicht mehr anpassen. Sie wohnen gemeinsam in Abrisshäusern, planen in langen Nächten am See ihre nächsten Aktionen, drucken heimlich Flugblätter, feiern in ihrer illegalen Nachtbar, bis der Morgen anbricht, und demonstrieren am Tag in der ersten Reihe. Sie werden verfolgt, aber mit jeder neuen Aktion verlieren sie ein Stückchen mehr Angst und die Diktatur an Kraft. Deutschland erlebt von Leipzig aus zum ersten Mal in der Geschichte eine gelungene Revolution. – Die wahre Geschichte einer ungewöhnlichen Gruppe junger Leute, die einen Kampf führen, den andere für aussichtslos halten. Und die spannend zu lesende Nahaufnahme eines wichtigen Augenblicks der deutschen Geschichte.

„Ein Denkmal für die Revolution 1989. Spannend, nah, fast wie ein Roman.“ Der Tagesspiegel und Potsdamer Neueste Nachrichten (21. März 2017)


Die verbotene Reise – Die Geschichte einer abenteuerlichen Flucht: Ein SPIEGEL-Buch

ab 12 Jahre


Eine große Abenteuergeschichte, eine Liebesgeschichte, ein Road-Movie ... Im Sommer 1987 wagen zwei junge Ostberliner aus dem Prenzlauer Berg etwas Einzigartiges: Sie tippen auf einer alten Schreibmaschine mit kyrillischen Buchstaben eine gefälschte Einladung eines angeblichen mongolischen Bergsteigervereins und ergattern daraufhin ein Visum für Russland zur Durchreise und für die Mongolei. Dort trampen sie monatelang durch die Wildnis. Aber ihr geheimes Ziel ist das für DDR-Bürger eigentlich unerreichbare China. Von Ulan Bator aus versuchen sie, nach Peking zu gelangen. Mehrmals drohen sie, bei ihrer verbotenen Reise aufzufliegen, aber nach 10.000 Kilometern stehen sie tatsächlich in Peking. Dort ist auch die westdeutsche Botschaft. Sie können sich entscheiden, gemeinsam hineinzugehen oder 10.000 Kilometer zurück nach Ost-Berlin ...

„Erzählt wird hier eine der hinreißendsten Geschichten der späten DDR, von denen ich je gehört habe.“ Tagesspiegel Online (31. März 2014)


Fenster zur Freiheit – Die radix-blätter: Untergrundverlag und -druckerei der DDR-Opposition

ab 14 Jahre


Wie war das möglich? Eine versteckte Kammer hinter dem elterlichen Schlafzimmer, verbotene Druckmaschinen, illegal angestellte Arbeitskräfte. Mehr als 100.000 hektografierte Seiten, die in der gesamten DDR verbreitet wurden, ohne dass der Geheimdienst wusste wie. Die „radix-blätter“ erschienen in einem Ost-Berliner Untergrundverlag und waren vom Inhalt her so etwas wie das „Kursbuch“ von Hans Magnus Enzensberger im Westen: ein radikales und offenes Forum zum Austausch von Meinungen, Informationen und Ideen. 

Zwischen 1986 und 1990 verknüpften wechselnde Herausgeber Kunst, Literatur und Politik und packten unter den Bedingungen der SED-Diktatur sonst nicht diskutierte Themen kritisch an – mit erstaunlicher Aktualität bis heute: ob Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit, alte und neue Nazis, die Militarisierung Deutschlands, die Folgen der deutschen Teilung für die Menschen beiderseits der Mauer, die linke Hoffnung Marxismus oder die männlichen Strukturen von Macht, Herrschaft und Gewalt. Ein Buch über die spannende Hintergrundgeschichte der „radix-blätter“, ihrer Macher und deren Rolle auf dem Weg zur friedlichen Revolution 1989, das zeigt, wie man in autoritären Staaten dennoch Widerstand leisten kann.

herausgegeben vom Archiv Bürgerbewegung Leipzig e. V.


Schläge im Namen des Herrn – Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik

ab 16 Jahre


Ihr Schicksal ist kaum bekannt: Bis in die 1970er-Jahre hinein wurden mehr als eine halbe Million Kinder sowohl in kirchlichen wie staatlichen Heimen Westdeutschlands oft seelisch und körperlich schwer misshandelt und als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Viele leiden noch heute unter dem Erlebten, verschweigen diesen Teil ihres Lebens aber aus Scham – selbst gegenüber Angehörigen. Manchmal genügte den Ämtern der denunziatorische Hinweis der Nachbarn auf angeblich unsittlichen Lebenswandel, um junge Menschen für Jahre in Heimen verschwinden zu lassen. In diesen Institutionen regierten Erzieherinnen und Erzieher, die oft einem Orden angehörten und als Verfechter christlicher Werte auftraten, mit aller Härte. Die Erlebnisberichte in diesem Buch enthüllen das vielleicht größte Unrecht, das jungen Menschen in der Bundesrepublik angetan wurde. – Erste umfassende Darstellung der bis in die 1970er-Jahre herrschenden skandalösen Zustände in kirchlichen und staatlichen Kinderheimen mit erschütternden Erlebnisberichten von Zeitzeugen.

Das Buch wurde vom ZDF unter dem Titel „Und alle haben geschwiegen“ mit Senta Berger und Matthias Habich verfilmt. Wensierski erhielt für seine Veröffentlichung, die zu Entschuldigungen von Staat und Kirchen und Entschädigungshilfen Betroffener führten, das Bundesverdienstkreuz am Bande.

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