Grußwort der Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen Isabel Pfeiffer-Poensgen

Grußwort der Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen Isabel Pfeiffer-Poensgen

Liebe Lesefans!

Die Kulturlandschaft in Nordrhein-Westfalen wurde und wird aufgrund ihrer Dichte und Vielfalt besonders hart von den Auswirkungen der Corona-Pandemie getroffen. Viele Kulturveranstaltungen mussten abgesagt oder verschoben werden oder können nur in stark reduzierter Form stattfinden.

Umso mehr freue ich mich, dass Käpt’n Book zuversichtlich seine Segel gesetzt und Kurs auf das Rheinische Lesefest für Kinder und junge Erwachsene genommen hat. Wenn es die weiteren Entwicklungen erlauben, wird er im Herbst zum 18. Mal in Bonn vor Anker gehen und ein buntes – natürlich den Hygienevorkehrungen angepasstes – Programm aus Lesungen, Ausstellungen, Theater-, Film- und Musikvorstellungen präsentieren.

Auch in diesem Jahr geht Käpt’n Book mit einer internationalen Crew von Bord: 45 Autorinnen und Autoren sowie Illustratorinnen und Illustratoren aus Frankreich, Polen, Österreich, China, Dänemark und Deutschland sind mit dabei. Zusammen laden sie kleine und große Lese-Fans zu literarischen Entdeckungsreisen ein: Lustige und fantasievoll illustrierte Geschichten nehmen Kita- und Grundschulkinder mit ins Reich der Tiere, spannende Bücher am Puls der Zeit geben Jugendlichen und jungen Erwachsenen Einblicke in neue digitale Welten.

Eine Zeit, in der sich das Leben fast aller Menschen in großen Teilen zu Hause abspielt, macht deutlich, wie wertvoll Zusammenhalt und Austausch auch über Ländergrenzen hinweg sind. Auf besondere Weise zeigt das auch das Deutsch-Dänische Kulturelle Freundschaftsjahr, das Käpt‘n Book mit den dänischen Autorinnen Annette Herzog, Sabine Lemire und Frances A. Østerfelt sowie dem Illustrator Rasmus Bregnhøi feiert.

Lesen ist eine Basiskompetenz, die Zugänge öffnet und Gemeinschaft stiftet. Gerade in Zeiten wie diesen können Bücher Zufluchtsorte sein, aber auch Medien der Auseinandersetzung und Orientierung. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen fördert das Rheinische Lesefest seit vielen Jahren, in denen es zu einem Leuchtturmprojekt der Regionalen Kulturpolitik geworden ist, an dem in diesem Jahr 26 Kommunen und Kreise beteiligt sind.

Allen Beteiligten danke ich für die Flexibilität in der Umsetzung und Anpassung an die besonderen Bedingungen der Pandemie und wünsche allen Besucherinnen und Besuchern anregende Lesereisen.

Isabel Pfeiffer-Poensgen
Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Grußwort des Botschafters des Königreichs Dänemark Friis Arne Petersen

Grußwort des Botschafters des Königreichs Dänemark Friis Arne Petersen

Liebe Leserinnen und Leser,

„Im eifrigen Streben nach Reichtum und Luxus verkennt unsere Gesellschaft, dass die Resultate der Wissenschaft unser kostbarstes Erbe sind. Es ist wahr, wir brauchen praktisch veranlagte Menschen, die sowohl in ihrem eigenen Interesse als auch für das Wohl der Gesellschaft arbeiten. Doch wir brauchen auch die selbstlose Suche der Träumer.“

Ein fast hundert Jahre altes Zitat ist heute nicht minder aktuell. Es stammt aus der schönen Graphic Novel „Marie Curie – Ein Licht im Dunkeln“, die beim Rheinischen Lesefest Teil des Programms und eine dänische Initiative ist. Die Wissenschaftlerin Marie Curie verteidigt hier das Träumen ohne festgelegtes Ziel, und gerade ihr Leben verbildlicht den Glauben an einen Traum mit ungewissem Ausgang.

Mit einem Buch in der Hand lässt es sich wunderbar träumen – und innehalten. Etwas, das wir Eltern und Erwachsene vielleicht manchmal verlernt haben und das wir nicht immer unseren Kindern und Jugendlichen genügend gönnen. Auch sie sind geprägt vom Tempo der bunten und schnellen digitalen Welt und finden nicht immer die Konzentration und die Muße, die das Lesen fordert und fördern kann. Gleichzeitig bieten neue Medien auch ganz andere Möglichkeiten des Lesens und Lernens.

Diese Herausforderungen kennen wir auch sehr gut in Dänemark und investieren in neue Bibliotheken, die viel mehr als Bücherregale bieten, sondern vor allem lebendige Treffpunkte sind. Herausragendes Beispiel ist die DOKK1-Bibliothek in Aarhus, bereits jetzt Wahrzeichen und Anziehungspunkt der Stadt.

Die Literatur für Kinder und Jugendliche geht selbstverständlich mit der Zeit und wir sehen auch in Dänemark eine Visualisierung der Werke – nicht nur für kleine Kinder. Es wird beispielsweise viel mit Illustrationen und Comic-Elementen gearbeitet. Dafür sind die Graphic Novels von Frances Østerfeldt & Anja Andersen sowie von Annette Herzog und die Comics von Sabine Lemire, die beim Rheinischen Lesefest eingeladen sind, gute Beispiele. Sie zeigen auch, wie wichtig die visuelle Komponente geworden ist und heben die Zeichnerinnen und Zeichner als gleichwertige Partner bei der Vermittlung der Sujets hervor.

Wir freuen uns, dass anlässlich des Deutsch-Dänischen Kulturellen Freundschaftsjahres 2020 dänische Autorinnen und Autoren zum Lesefestival eingeladen wurden und hoffen, mit diesem Beitrag einen Blick in die dänische Kinder- und Jugendliteratur zu ermöglichen. An das Festival Käpt‘n Book geht zudem ein herzlicher Dank für die fruchtbare Zusammenarbeit. Möge es in unserer Gesellschaft Räume für Träumerinnen und Träumer sowie Leserinnen und Leser weiterhin geben. Wir brauchen sie!

Friis Arne Petersen
Botschafter des Königreichs Dänemark

Logo bonn
Logo ministerium nrw
Logo bundesstiftung aufarbeitung
Logo sparda